• DAB+ vs. Internet: WorldDAB-Konsortium warnt vor 5G-Euphorie
    Viele sehen den digital-terrestrischen Hörfunk DAB+ nur als eine Brückentechnologie, bis der neue Mobilfunkstandard 5G ab 2020 die digitale Hörfunkverbreitung übernehmen kann. Hintergrund ist ein steigender Druck auf Hörfunkveranstalter aufgrund des Wandels bei der Audionutzung - hin zu mehr Individualität, Personalisierung und neuen technischen Möglichkeiten etwa durch das Internet im Auto ("Connecterd Car").

    Vor einem solchen Szenario warnt jetzt der Weltverband WorldDAB. Würde Radio ausschließlich über den Mobilfunkstandard 5G übertragen, entfielen monatlich alleine 2,2 GB Daten auf die Radionutzung pro Nutzer. Das bedeutet, das alleine für den Hörfunk 11 Euro pro Monat und Hörer anfallen. Dagegen sei DAB+ für den Hörer kostenlos.

    WorldDAB rechnet zudem vor, dass 5G selbst im Broadcast-Modus erheblich mehr Kosten als DAB+ verursachen würde. Während etwa in Sydney ein Sendemast und in London vier für die Verbreitung von DAB+ ausreichten, wären es bei 5G mehr als 1.000 Basistationen in Sydney oder 3.900 in London. WorldDAB rechnet mit bis zu zehnmal höheren Kosten für Radioveranstalter, wenn man statt DAB+ alleine auf die Mobilfunk-Infrastruktur setzen würde. Außerdem müssten die Betreiber erheblich in den Netzausbau investieren, da es zahlreiche Funklöcher gibt.

    5G könne eine sinnvolle Ergänzung für DAB+ sein, etwa für zusätzlichen Audio-Content wie Spartenprogramme, aber keinesfalls ein vollständiger Ersatz für DAB+, so WorldDAB in ihrem Fazit.

    Hier der gesamte Fasctsheet in der Zusammenfassung: https://www.worlddabeureka.org/2017/10/11/is-5g-the-future-for-radio/


    Thu, 12. Oct 2017




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